NVIDIA-Aktienrückkauf: 150 Milliarden Dollar zusätzlich und was dahintersteckt

NVIDIA hat sein Aktienrückkaufprogramm massiv ausgeweitet und weitere 150 Milliarden US-Dollar für den Rückkauf eigener Aktien genehmigt. Damit steigt der noch verfügbare Betrag des Rückkaufprogramms auf insgesamt 235 Milliarden US-Dollar. NVIDIA plant, das Programm bis zum Geschäftsjahr 2028 umzusetzen.

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz weiterhin enorme Umsätze und hohe Cashflows für den Chipkonzern erzeugt. Gleichzeitig steht NVIDIA vor zunehmendem Wettbewerb im KI-Chip-Markt und einer veränderten Bewertung der Aktie.

Was bedeutet der NVIDIA-Aktienrückkauf?

Am 28. September 2026 genehmigte der Verwaltungsrat von NVIDIA eine zusätzliche Aktienrückkauf-Ermächtigung von 150 Milliarden US-Dollar.

Damit stehen unter dem bestehenden Programm noch rund 235 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung. NVIDIA erwartet, das verbleibende Programm bis zum Geschäftsjahr 2028 umzusetzen.

Die zusätzliche Genehmigung von 150 Milliarden US-Dollar ist laut Reuters die größte Erhöhung eines Aktienrückkaufprogramms dieser Art und übertrifft Apples frühere Erhöhung um 110 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.

Wichtig ist dabei: Eine Rückkaufgenehmigung bedeutet nicht, dass NVIDIA den gesamten Betrag sofort ausgeben wird. Das Unternehmen kann selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang Aktien zurückgekauft werden.

Warum kauft NVIDIA so viele eigene Aktien zurück?

Ein wesentlicher Grund ist die enorme Cash-Generierung des Unternehmens.

NVIDIA gehört zu den größten Profiteuren des weltweiten Aufbaus von KI-Infrastruktur. Die Prozessoren und Netzwerktechnologien des Unternehmens werden für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle eingesetzt.

Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen, wie stark dieses Geschäft gewachsen ist.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte NVIDIA einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz im Bereich Data Center erreichte 89 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 117 Prozent. Der GAAP-Nettogewinn lag bei rund 59,7 Milliarden US-Dollar.

Im ersten Quartal 2027 hatte NVIDIA bereits eine zusätzliche Rückkaufgenehmigung von 80 Milliarden US-Dollar beschlossen. Das Unternehmen baut seine Kapitalrückführung damit innerhalb kurzer Zeit deutlich aus.

NVIDIA: KI-Geschäft finanziert den Aktienrückkauf

Der NVIDIA-Aktienrückkauf lässt sich kaum vom Boom bei künstlicher Intelligenz trennen.

Das Data-Center-Geschäft ist inzwischen der wichtigste Wachstumstreiber des Unternehmens. Im zweiten Quartal 2027 stieg der Umsatz in diesem Bereich um 117 Prozent auf 89 Milliarden US-Dollar. NVIDIA verwies dabei unter anderem auf die Einführung seiner Blackwell-Ultra-Infrastruktur.

Gleichzeitig arbeitet NVIDIA bereits an der nächsten Generation seiner KI-Infrastruktur. Die Vera-Rubin-Plattform befindet sich laut Unternehmen inzwischen in der Serienproduktion.

NVIDIA erwartet für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von rund 108 Milliarden US-Dollar, mit einer möglichen Abweichung von plus oder minus zwei Prozent. In dieser Prognose sind jedoch keine Umsätze mit Data-Center-Computing aus China berücksichtigt.

Diese Zahlen zeigen, warum NVIDIA gleichzeitig in neue Technologien investieren und erhebliche Summen an Aktionäre zurückgeben kann.

Wie viel Geld hat NVIDIA bereits an Aktionäre zurückgegeben?

NVIDIA hat bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Beträge über Aktienrückkäufe und Dividenden an Aktionäre zurückgegeben.

Im Geschäftsjahr 2026 waren es insgesamt rund 41,1 Milliarden US-Dollar.

Allein im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 gab NVIDIA rund 26 Milliarden US-Dollar über Aktienrückkäufe und Dividenden an seine Aktionäre zurück.

Der Umfang der Rückkäufe zeigt, wie stark sich die Kapitalstruktur des Unternehmens durch den KI-Boom verändert hat.

Warum sind Aktienrückkäufe wichtig?

Bei einem Aktienrückkauf verwendet ein Unternehmen eigenes Kapital, um Aktien vom Markt zurückzukaufen.

Werden diese Aktien anschließend eingezogen, sinkt die Zahl der ausstehenden Aktien. Wenn der Gewinn gleichzeitig stabil bleibt oder steigt, verteilt sich dieser Gewinn auf weniger Aktien.

Ein einfaches Beispiel:

Ein Unternehmen erzielt 100 Milliarden US-Dollar Gewinn und hat 10 Milliarden Aktien im Umlauf. Das entspricht einem Gewinn von 10 US-Dollar je Aktie.

Wenn später nur noch 9 Milliarden Aktien ausstehen und der Gewinn weiterhin 100 Milliarden US-Dollar beträgt, wären es rechnerisch etwa 11,11 US-Dollar je Aktie.

Deshalb können Aktienrückkäufe den Gewinn je Aktie beeinflussen.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Rückkauf für Aktionäre immer vorteilhaft ist. Entscheidend sind unter anderem der Preis, zu dem die Aktien zurückgekauft werden, die zukünftige Gewinnentwicklung und alternative Möglichkeiten zur Verwendung des Kapitals.

NVIDIA-Aktie: Bewertung hat sich verändert

Besonders interessant ist der Zeitpunkt des neuen Rückkaufprogramms.

Nach von Reuters zitierten LSEG-Daten wurde NVIDIA zuletzt mit etwa dem 16,5-Fachen der erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate bewertet. Das war laut Reuters der niedrigste Wert seit Januar 2015 und lag deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von etwa 30.

Eine solche Kennzahl allein zeigt allerdings nicht, ob eine Aktie günstig oder teuer ist.

Die Bewertung hängt unter anderem von zukünftigen Gewinnen, Wachstum, Wettbewerb, Margen, Zinsen und den allgemeinen Marktbedingungen ab.

Dennoch ist die Entwicklung bemerkenswert: NVIDIA hat seine Gewinne massiv gesteigert, während sich das Bewertungsmultiple gegenüber früheren Jahren deutlich verändert hat.

NVIDIA und der weltweite KI-Boom

Die Entwicklung der NVIDIA-Aktie ist eng mit den Erwartungen rund um künstliche Intelligenz verbunden.

NVIDIA ist zu einem zentralen Anbieter der Recheninfrastruktur für generative KI, KI-Agenten und große Inferenzsysteme geworden.

Gleichzeitig wächst der Wettbewerb im Bereich der KI-Chips.

Reuters berichtete, dass die NVIDIA-Aktie vor der Ankündigung am 28. September 2026 im Jahresverlauf mehr als 20 Prozent zugelegt hatte. Nach der Ankündigung stieg die Aktie zeitweise ebenfalls.

Damit stellt sich eine größere Frage: Wie lange kann der derzeitige Boom bei den KI-Investitionen anhalten?

Wie nachhaltig sind die KI-Investitionen?

Der NVIDIA-Aktienrückkauf wirft deshalb auch eine grundsätzliche Frage über den KI-Markt auf.

NVIDIA erzielt enorme Umsätze, weil Cloud-Anbieter, Technologieunternehmen und andere Organisationen Milliarden in KI-Infrastruktur investieren.

Diese Investitionen müssen sich langfristig jedoch wirtschaftlich rechnen.

Wenn KI-Anwendungen weiterhin schnell wachsen und Unternehmen dadurch zusätzliche Umsätze oder Produktivitätsgewinne erzielen, könnte die Nachfrage nach Rechenleistung weiter steigen.

Sollten die Investitionen in KI-Infrastruktur dagegen langsamer wachsen, könnte sich auch das Umsatzwachstum von NVIDIA abschwächen.

Deshalb beobachten Investoren nicht nur NVIDIA selbst, sondern auch die Investitionspläne großer Cloud- und Technologieunternehmen.

Aktienrückkäufe oder Investitionen in das Geschäft?

Der neue Aktienrückkauf bedeutet nicht, dass NVIDIA seine Investitionen in künstliche Intelligenz reduziert.

Das Unternehmen betont, dass seine starke Cash-Generierung sowohl Investitionen in neue Technologien als auch Kapitalrückgaben an Aktionäre ermöglicht.

NVIDIA investiert weiterhin in neue GPU-Architekturen, Netzwerktechnologien, Software und KI-Plattformen.

Bereits im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 lagen die operativen Aufwendungen bei rund 8,4 Milliarden US-Dollar, wobei ein erheblicher Teil auf Forschung und Entwicklung entfiel.

Die Frage ist daher nicht nur, wie viel NVIDIA zurückkauft, sondern auch, wie das Unternehmen das verbleibende Kapital zwischen Wachstum, Forschung, Akquisitionen und Aktionärsrenditen verteilt.

Was könnten die 235 Milliarden US-Dollar bewirken?

Die neue Genehmigung gibt NVIDIA einen erheblichen Spielraum bei der Kapitalverwendung.

Wenn das Unternehmen über die kommenden Jahre Aktien zurückkauft und diese anschließend eingezogen werden, könnte die Zahl der ausstehenden Aktien sinken. Bei weiterhin steigenden Gewinnen könnte dies wiederum den Gewinn je Aktie erhöhen.

Doch die 235 Milliarden US-Dollar sind keine garantierte Ausgabe.

NVIDIA entscheidet selbst über Zeitpunkt und Umfang der Rückkäufe. Die tatsächlichen Käufe hängen unter anderem von den Marktbedingungen, dem operativen Kapitalbedarf und anderen Investitionsmöglichkeiten ab.

Welche Risiken bleiben?

Der enorme Aktienrückkauf beseitigt die Risiken für NVIDIA nicht.

Die KI-Nachfrage könnte sich abschwächen

Ein großer Teil des außergewöhnlichen Wachstums hängt von den Investitionen in KI-Infrastruktur ab. Wenn Cloud- und Technologieunternehmen ihre Ausgaben reduzieren, könnte dies das zukünftige Wachstum von NVIDIA beeinflussen.

Der Wettbewerb nimmt zu

Andere Halbleiterhersteller und Technologieunternehmen entwickeln eigene KI-Chips und konkurrierende Plattformen.

Lieferketten bleiben entscheidend

Die Produktion moderner KI-Systeme erfordert hochentwickelte Halbleiter, Speicher, Packaging-Technologien und Netzwerklösungen.

China bleibt ein Unsicherheitsfaktor

NVIDIAs jüngste Prognose für das dritte Quartal berücksichtigt keine Umsätze mit Data-Center-Computing aus China. Damit bleiben regulatorische und geopolitische Beschränkungen ein wichtiger Faktor.

Aktienrückkäufe schaffen nicht automatisch Wert

Ein Unternehmen kann eigene Aktien auch zu einem Preis zurückkaufen, der sich später als ungünstig erweist. Der tatsächliche Effekt hängt davon ab, wie sich der Aktienkurs und die Unternehmensgewinne anschließend entwickeln.

Was passiert als Nächstes?

NVIDIA verfügt nun über rund 235 Milliarden US-Dollar an verbleibender Rückkaufgenehmigung und plant, das Programm bis zum Geschäftsjahr 2028 umzusetzen.

Für die weitere Entwicklung werden unter anderem NVIDIAs Quartalsumsatz, das Data-Center-Wachstum, die Gewinnmargen, der Cashflow und die tatsächlich durchgeführten Aktienrückkäufe entscheidend sein.

Ebenso wichtig bleibt die Frage, ob die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur weiterhin so schnell wachsen können wie bisher.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist NVIDIAs neuer Aktienrückkauf?

Der Verwaltungsrat von NVIDIA hat am 28. September 2026 zusätzliche 150 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe genehmigt. Damit beträgt die verbleibende Genehmigung rund 235 Milliarden US-Dollar.

Wann will NVIDIA die Aktien zurückkaufen?

NVIDIA erwartet, das verbleibende Rückkaufprogramm bis zum Geschäftsjahr 2028 umzusetzen. Das Unternehmen entscheidet jedoch selbst über Zeitpunkt und Umfang der einzelnen Rückkäufe.

Warum kauft NVIDIA eigene Aktien zurück?

Das Unternehmen erklärt, dass seine starke Cash-Generierung sowohl Investitionen in KI und beschleunigtes Computing als auch Kapitalrückgaben an Aktionäre ermöglicht.

Steigt die NVIDIA-Aktie automatisch durch einen Aktienrückkauf?

Nein. Ein Aktienrückkauf kann die Zahl der ausstehenden Aktien reduzieren und damit den Gewinn je Aktie beeinflussen. Der Aktienkurs hängt jedoch zusätzlich von Gewinnen, Erwartungen, Bewertung, Wettbewerb und allgemeinen Marktbedingungen ab.

Wie stark wächst NVIDIA?

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte NVIDIA einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar – 106 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Data-Center-Umsatz stieg um 117 Prozent auf 89 Milliarden US-Dollar.

Fazit

NVIDIAs Aktienrückkauf in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar gehört zu den größten Rückkaufankündigungen der Unternehmensgeschichte. Zusammen mit den bereits bestehenden Mitteln steigt die verbleibende Rückkaufgenehmigung auf rund 235 Milliarden US-Dollar.

Die Entscheidung zeigt, wie viel Cash der KI-Boom inzwischen bei NVIDIA generiert. Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiterhin massiv in neue KI-Chips, Rechenplattformen und Technologien.

Die entscheidende Frage ist daher nicht allein, wie groß der Aktienrückkauf ist. Viel wichtiger wird sein, ob NVIDIAs KI-Geschäft auch in den kommenden Jahren genügend Umsatz, Gewinne und Cashflow erzeugt, um gleichzeitig enormes Wachstum zu finanzieren und große Summen an Aktionäre zurückzugeben.

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